Ich habe vor Kurzem diese Gitarre von einem meiner besten Freunde, Thomas, geschenkt bekommen – eigentlich als Requisite fürs Fotografieren. Und ganz ehrlich: Seitdem geht mir immer wieder durch den Kopf, ob ich nicht doch noch einmal richtig Gitarre spielen lernen sollte.
Ich liebe Gitarren schon, seit ich 13 bin. Seit damals besitze ich auch selbst eine. Nur leider hat es bei mir bis heute nie für viel mehr als ein paar Akkorde gereicht. Trotzdem ist da immer noch diese Begeisterung. Dieses Gefühl, wenn man eine Gitarre in die Hand nimmt und sofort Bilder, Stimmungen und Erinnerungen im Kopf entstehen.
Umso mehr habe ich mich über dieses Geschenk gefreut. Viele von euch wissen ja, dass ich alles liebe, was rot ist. Und dann steht sie da plötzlich vor mir: rot, markant und einfach genau mein Ding. Ein kleines Highlight, das eigentlich viel zu schade ist, um einfach nur irgendwo in der Ecke zu stehen.
Also war für mich schnell klar: Bevor ich überhaupt darüber nachdenke, auf ihr zu spielen, wollte ich sie erst einmal fotografisch in Szene setzen. Ich habe lange überlegt, wie ich das machen könnte. Viele Ideen gingen mir durch den Kopf, aber nichts hat sich wirklich richtig angefühlt.
Bis gestern Nachmittag.
Da kam mir plötzlich die Idee, die Gitarre nicht komplett in den Mittelpunkt zu stellen, sondern genau das hervorzuheben, was sie überhaupt erst lebendig macht: ihre Saiten. Denn ohne die Saiten gibt es keinen Ton, keine Musik, keine Stimmung. Genau dort entsteht das, was eine Gitarre ausmacht.
Also habe ich mich bewusst für ein sehr reduziertes Setup entschieden: nur die Gitarre, ein Stimmgerät, Rauch und ein dunkler Hintergrund. Der Rauch aus dem Smoker sollte etwas Geheimnisvolles hineinbringen, fast so, als würde die Musik schon in der Luft liegen, bevor überhaupt der erste Ton gespielt wird. Der dunkle Hintergrund sollte an Nacht erinnern, an Ruhe, an diesen einen Moment, in dem alles still ist und nur das Licht auf dem Instrument liegt.
In meinem Kopf war sofort dieses Bild da: ein lauer Sommerabend, ein Lagerfeuer, das Meer rauscht im Hintergrund, jemand spielt Gitarre und alle singen leise mit. Kein Stress, keine Hektik, einfach nur Wärme, Musik und dieser besondere Moment, den man nicht planen kann. Genau dieses Gefühl wollte ich mit dem Bild einfangen.
So ist am Ende diese Idee entstanden: dunkle Stimmung, gezieltes Licht, etwas Rauch, das Stimmgerät als stilles Detail – und der Fokus auf das, was die Gitarre klingen lässt.
Manchmal braucht es gar nicht viel für ein Bild. Man braucht nur eine Idee, ein Gefühl und den richtigen Moment.
Und jetzt bist du dran: Wenn du bei diesem Bild die Augen schließt – welchen Song hörst du?
Technische Daten:
- Blende 8
- Blendenzeit 1/200
- Iso 200
- 1 Spotlite
- 1 kleiner Blitz
- Smocker
- Schwarzer Molton
- Stimmgerät
- Gitarre