Tomaten in einem anderen Licht
Heute zeige ich euch das zweite Bild aus meiner neuen Serie mit Schwarz-Weiß-Hintergrund.
Für dieses Foto wollte ich mich ganz bewusst auf nur ein Lebensmittel und eine einzige Farbe konzentrieren. Und da ihr inzwischen wahrscheinlich alle wisst, dass Rot meine Lieblingsfarbe ist, fiel die Wahl natürlich auf rote Tomaten.
Rot als Mittelpunkt des Bildes
Tomaten habe ich eigentlich immer im Kühlschrank. Dadurch konnte ich bei diesem Shooting noch einen besonderen Effekt einfangen.
Als ich die kühlen Tomaten aus dem Kühlschrank nahm und sie in das warme Studio brachte, bildeten sich kleine Tautropfen auf ihrer Oberfläche. Genau dieses Zusammenspiel aus Kühle und Wärme verlieh den Tomaten eine zusätzliche Frische und machte das Motiv für mich noch interessanter.
Manchmal entstehen die schönsten Details ganz von selbst. Man muss sie nur wahrnehmen und im richtigen Moment fotografieren.
Die besondere Wirkung der Spiegelung
Ich liebe es, mit Spiegelungen zu arbeiten. Sie geben einem Bild eine zusätzliche Ebene und lassen selbst ein einfaches Motiv spannender wirken.
Bei diesem Foto habe ich die Tomaten direkt auf einem Spiegel platziert. Dabei entsteht keine vollkommen klare und exakte Spiegelung. Stattdessen wirkt das Spiegelbild weich, leicht verschwommen und fast ein wenig geheimnisvoll.
Gerade dieser Effekt gefällt mir besonders gut.
Die Spiegelung zeigt das Motiv noch einmal, ohne es einfach nur zu wiederholen. Sie verändert es und erzählt dadurch eine eigene kleine Geschichte.
Die Schärfe liegt bewusst in der Tiefe
Vielleicht fragt ihr euch, warum die aufgeschnittene Tomate im Vordergrund nicht scharf abgebildet ist.
Das war kein Versehen, sondern ganz bewusst so geplant.
Ich wollte nicht den Vordergrund hervorheben, sondern den Blick weiter in das Bild hineinführen. Die Schärfe sollte in der Tiefe liegen und dort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Jeder Fotograf erzählt mit seinen Bildern eigene Geschichten. Manche entstehen im Vordergrund, andere durch Licht, Farben oder kleine Details.
Meine Geschichten liegen oft in der Tiefe.
Ich mag es, wenn der Blick nicht sofort an einer Stelle hängen bleibt, sondern wenn man sich ein Bild erst nach und nach erschließen muss.
Schwarze Streifen als Gestaltungselement
Auch bei diesem Bild habe ich wieder mit schwarzem Papier gearbeitet.
Zusätzlich zu dem bereits bekannten Aufbau entschied ich mich diesmal dafür, zwei weitere schwarze Streifen einzusetzen. Dadurch entstanden zusätzliche dunkle Flächen und Linien im Hintergrund.
Sie unterbrechen das helle Licht, geben dem Bild mehr Struktur und bilden einen starken Kontrast zu den roten Tomaten.
Am Ende war es genau diese Kombination, die das Foto für mich vollständig gemacht hat: das kräftige Rot, der helle Hintergrund, die dunklen Streifen und die weiche Spiegelung auf dem Glas.
Das Setup
Für das Foto habe ich folgende Materialien verwendet:
Kamera: Nikon Z7
Belichtungszeit: 1/125 Sekunde
Blende: f/9
ISO: 200
Außerdem kamen ein Spiegel, ein großer Blitz mit Schirm, schwarzes Papier und natürlich die roten Tomaten zum Einsatz.
Es war erneut ein recht einfacher Aufbau, der durch kleine Veränderungen eine ganz besondere Wirkung bekommen hat.