Kaffeemühle, Bohnen und Rauch – Wenn aus einer Idee ein Bild wird
Ich wollte bei diesem Bild ganz bewusst im hellen Stil bleiben und einfach schauen, was daraus entsteht. So kam mir die Idee, eine alte Kaffeemühle, Kaffeebohnen und Rauch miteinander zu verbinden. Eigentlich braucht es gar nicht viel, um eine Geschichte zu erzählen.
Die Bohnen sollten wirken, als kämen sie gerade frisch aus der Röstung. Der Rauch verstärkt diesen Eindruck und bringt gleichzeitig Bewegung ins Bild. Für mich entsteht dadurch fast automatisch dieses Verlangen, die Bohnen jetzt zu mahlen, den Duft von frischem Kaffee in der Küche zu haben und sich eine heiße Tasse einzuschenken.
Ich selbst trinke meinen Kaffee am liebsten schwarz. Ohne Milch und ohne Zucker. Für mich schmeckt man ihn so am unmittelbarsten. Die Röstaromen, die feinen Unterschiede und auch das, was jede Bohne ein wenig anders macht. Kaffee zu rösten ist schließlich eine eigene Kunst. Es braucht Erfahrung, Gefühl und vor allem ein gutes Gespür für den richtigen Moment. Wie stark soll die Röstung werden? Wie hell oder dunkel sollen die Bohnen sein? Welche Aromen sollen am Ende im Vordergrund stehen? Und irgendwann kommt dieser eine Moment, an dem alles stimmt.
Genau diese Gedanken wollte ich auch in das Bild übertragen. Denn im Grunde funktioniert der Bildaufbau gar nicht so anders. Wo steht die Mühle? Wie verteile ich die Bohnen, damit es nicht zufällig aussieht und trotzdem natürlich wirkt? Wo soll der Rauch entstehen? Und vor allem: Wie bekomme ich ihn dazu, sich genau so durch das Bild zu bewegen, wie ich es mir vorgestellt habe?
Gerade der Rauch war dabei für mich entscheidend. Er sollte nicht einfach nur sichtbar sein, sondern fast ein wenig tanzen. Er verbindet die einzelnen Elemente miteinander und gibt der ansonsten sehr ruhigen Szene etwas Lebendiges. Das Licht von hinten hebt ihn hervor, während ein kleiner Spot von vorne nur die Kaffeemühle betont. Der Spiegel hilft dabei, das Licht gezielt dorthin zu bringen, wo ich es brauche.
So ist dieses Bild entstanden. Nicht aus einer komplizierten Idee, sondern aus wenigen Dingen, die zusammen eine Stimmung erzeugen. Einer Kaffeemühle, ein paar Bohnen, etwas Rauch und Licht.
Manchmal braucht es eben gar nicht viel, um genau das zu zeigen, was man erzählen möchte.
Und jetzt interessiert mich natürlich: Wie trinkt ihr euren Kaffee am liebsten?
Aufnahme: Nikon Z7
Blende: f/10
Belichtungszeit: 1/160 s
ISO: 100
Licht: frontales Licht von hinten, kleiner Spot von vorne auf die Kaffeemühle
Hilfsmittel: Smoker, Spiegel, Kaffeebohnen und Kaffeemühle